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Flexibele ERP systemen

Sind ERP-Lösungen autistisch?

"Warum lassen wir uns im professionellen Umfeld eine derartige Intransparenz gefallen und sind ERP-Lösungen autistisch?"

Der Einkäufer der Maschinenfabrik, nennen wir ihn mal Peter Schmitt, bestellt im Internet einen Gürtel, der nach seinen Angaben konfektioniert wird. Im Ablauf dieser Bestellung wird er vorbildlich über den Prozessfortschritt seiner Bestellung informiert: „Nun ist der Gürtel nach Ihren Wünschen angefertigt, nun wird der Gürtel verpackt, nun ist der Gürtel im Versand, nun wurde der Gürtel auf das Speditionsfahrzeug geladen und dann kommt er voraussichtlich bei Ihnen an.“

In seinem Job als professioneller Einkäufer für seinen Arbeitgeber ist Herr Schmitt weit von einer derartigen Transparenz entfernt. Als Reaktion auf seine Bestellung beim Lieferanten bekommt er eine Auftragsbestätigung: „Lieferung in vier Wochen“. Und dann ist vier Wochen lang „black-box“.

Warum lassen wir uns im professionellen Umfeld eine derartige Intransparenz gefallen und sind ERP-Lösungen autistisch?

Ein Lichtblick sind hier moderne Shop Floor-Lösungen, die alle am Fertigungsprozess Beteiligten, also auch den Kunden, in den Produktionsfortschritt einbeziehen und über den aktuellen Stand der Fertigung informieren. Herr Schmitt ist so als Einkäufer immer über den aktuellen Stand seiner Bestellung auf dem Laufenden und erfährt nicht erst in vier Wochen, ob die Lieferung pünktlich erfolgt.

Aber leider sind viele ERP-Lösungen von dieser Möglichkeit noch weit entfernt und wohl doch eher autistisch.

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Profil

Volker Schnittler – Jahrgang 1955 – ist gelernter Werkzeugmacher und Maschinenbaumeister. In einem berufsbegleitenden Studium absolvierte er die Ausbildung zum Informatik-Betriebswirt (VWA). Seinen beruflichen Schwerpunkt fand er zunächst im Bereich des Qualitätsmanagements bei einem Automobilzulieferer. Nach seiner Meisterprüfung war er in mehreren Unternehmen im Bereich der Arbeitsvorbereitung tätig. Nach seinem Studium ist er über 10 Jahre als EDV-Leiter in einem mittelständischen Unternehmen tätig gewesen bevor er schließlich für 3 Jahre zu einem ERP-Softwareanbieter wechselte. Seit Oktober 2001 ist er als Referent für ERP und PPS Systeme bei der Abteilung Informatik des VDMA beschäftigt. Dort leitet er u. a. auch den PPS-Anwender/Anbieter-Dialog und ist Mitglied im Forschungsbeirat des fir (Aachen).

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